Gründung Holderenhütte 15.12.1935
Ausschnitt aus der Jubiläumszeitschrift 1979
Kaum 5 Jahre alt war der Club und schon meldete sich der Wunsch nach einer
eigenen Unterkunft im Skigebiet selber. Das Skigebiet war zu dieser Zeit
vor allem der Seeboden. Dem damaligen Präsidenten, Zahnarzt Gottfried
Siegrist, gelang es für diesen Zweck, von der Korporation Berg- und
Seeboden die Holderenhütte in Miete zu nehmen.
Die Einweihungsfeier am 15. Dezember 1935 war ein grosses Ereignis, dem immerhin
60 Personen beiwohnten. Die kirchliche Einsegnung wurde durch den Pfarrhelfer
Severin Pfister vorgenommen.
Schon damals war die Hütte schlechthin ein Hauptträger des Clublebens.
Man traf sich, man übte und festete zusammen in der Hütte. Nach
einigen erfolgreichen Jahren in der Holderen, erzwang der ausgebrochene Weltkrieg,
und nicht zuletzt auch die Konkurrenzangst des Hotels Seebodenalp, die Aufgabe
der Holderenhütte.
Der letzte Eintrag datiert aus dem Jahre 1938, 18. Mai abends 8.00 Uhr. "Leb
wohl, Ski heil, bis zur nächsten Saison 1938/39. Auf Wiedersehen. -
Aber bis dann, - drum auch der Sommer auf Seeboden-Holdern wird uns willkommen
sein. So schön er ist".
1946; der Krieg ist aus, man fährt wieder Ski. Ein neuer Stützpunkt
muss gefunden werden. Die Suche wird auf die Rigi konzentriert und man findet
auch etwas geeignetes. Unter der Leitung von Karl Sidler transportieren am
23. November 1946 Otto Eigensatz und Meinrad Sidler das Hütteninventar
von der Rigi-Kulm in die Oberschwendi-Hütte. Während den folgenden
8 Jahren hat die Schwendihütte einer neuen Generation Unterkunft und
viel fröhliche Kameradschaft geboten. Abseits des grossen Rummels, der
so allmählich einsetzte, an der Kulmabfahrt gelegen, war diese Hütte
noch ganz dem Club reserviert. Als Hüttenwart amtete Achermann Ernst
und sorgte mit seinem Sinn für echte Gemütlichkeit, für Ordnung,
Suppe und Tee. Da wurden noch Clubrennen abgehalten mit Massenstart auf der
Kulm.
Der steile Chruthang, der Schrecken aller damaligen Skihäschen und das
anschliessende Kaffee-Mélange in der Chruthütte, gehörten
damals einfach zu einem gelungenen Skisonntag auf der Rigi. Die Eintragungen
im Hüttenbuch erzählten Geschichten von echter Romantik, von Sturm
und Verirrten; von Liebschaften, von Festen und "Katern", von einsamen
Weihnachtsabenden in der Hütte, von Wein, Weib und Gesang. Man ist über
das Clubleben bestens informiert, denn hier spielte sich ab.
Der stetig steigende Hüttenzins und der allmählich nachlassende
Besuch zwangen die Clubleitung zur Kündigung der Schwendihütte.
Unter dem Präsidenten Stocker Edi wurde am 7. November 1953 zusammen
mit Wernli Otto als Kassier und Achermann Ernst als Hüttenwart, sowie
Dobler Sepp und Gambaro Guido die Sandhütte beim Klösterli besichtigt
und für unsere Zwecke als geeignet empfunden. Mit grossem materiellem
und personellen Einsatz wurde in Fronarbeit die Hütte innen und aussen
in Stand geklöpft. Das ganze Dach wurde umgedeckt. Die Stube und das
Schlafzimmer wurden isoliert und mit einem Ofen versehen. So war die Sandhütte
am 26. Dezember 1953 bezugsbereit. Die ersten Besucher, Sidler Albert,
Lottenbach Paul und Hans sowie Mennel Ernst, gehörten unserer Renngruppe
an. Als Basis für viele seriöse Trainingsstunden leistete diese
Hütte sehr gute Dienste. Die Erfolge liessen dann auch nicht auf sich
warten. In der Zentralschweiz waren unsere Rennläufer bald einmal als
Anwärter auf gute Ränge bekannt; allen voran Lottenbach Paul, gefolgt
von Ziegler Balz und Lottenbach Hans, Sidler Albert und verschiedenen Andern.
Nicht zu vergessen Theiler Walter, vom Skiclub Hasle, der sich als Trainer
sehr stark für unsere Renngruppe einsetzte. Aber auch diese Zeit verging
und die nachfolgenden Jungen waren nicht mehr so "angefressen" vom
Rennsport...
Die nächtlichen Rigi-Rundtouren, von denen das Hüttenbuch bericht,
zahlten sich nicht in guten Rängen bei den Skirennen aus. Hingegen wurde
viel "Werbung" betrieben für unser schönes Dorf und den
Skiclub. Der, trotz hohen Investitionen unsererseits, stetig steigende Mietzins
und der wiederum einsetzende Besucherrückgang veranlasste uns, die Sandhütte
zu kündigen. Am 4. Mai 1963 wurde die Sandhütte entgültig
geräumt. Nur das Klavier schenkten wir dem Älpler, er könne
da so gäbig etwas darauf stellen, meinte er.
Die Suche nach einer neuen Unterkunft gestaltete sich für unseren Präsidenten
Alfons Räber äusserst schwierig.
Im ganzen Rigigebiet wollte kein Hüttenbesitzer mehr eine Hütte
an die Küssnachter vermieten. Na ja, wir hatten halt zu jener Zeit einige
etwas lebhafte junge Mitglieder in unserem Club.
Den Bemühungen unseres Präsidenten gelang es dann, von der Korporation
Berg- und Seeboden die Holderenhütte zu erhalten. Und das zu einem rein
symbolischen Mietpreis. Für unseren Club war das eine einmalige Gelegenheit.
Denn inzwischen war die Seilbahn und ein Skilift erstellt worden, und der
Seeboden mauserte sich zu einem richtigen Skigebiet durch. Am 28. Dezember
1963 wurde die Holderenhütte eingerichtet. In der neuen Hütte installierte
sich auch gleich ein neuer Hüttenwart. Godi Siegrist und seine Frau
Heidi bemühten sich während 15 Jahren mit Erfolg es allen recht
zu machen.

Direkt an der Skipiste gelegen, diente die Holdernhütte nun allen Skifahrern
als willkommener Treffpunkt mit Skikameraden und Freunden. Nicht mehr nur
dem Club geöffnet, sondern allen, die sich von den Anstrengungen der
Skipiste erholen und aufwärmen wollten, brachte uns die Holdernhütte
viele Probleme die uns neu waren. Man war nicht mehr unter sich. Der Rucksack
blieb zu Hause und der Hüttenwart musste für alles da und ausgerüstet
sein.
Ein grosser Teil der Hüttenromantik ging dadurch verloren. Weg von der
Piste, zurück in die Einsamkeit war die Stimmung, die uns anfangs der
70er Jahre veranlasste, die Holdernhütte nicht mehr zu mieten. Als Ersatz
bot uns Kennel Alois, das von ihm privat gemietete Alpetli an. Wir mussten
aber bald einsehen, dass das ein Missgriff war. Ein Jahr darauf waren wir
heilfroh, dass wir die Holdernhütte wieder bekamen. Allerdings sind
seither die Bedingungen wesentlich anders.
Beim Durchblättern der Hüttenbücher von einst und heute wird
einem so richtig bewusst, wie sehr sich im Skisport alles geändert hat.
Vom Seehundsfell bis zum Hot-Dog-Ski, von den Überfallskihosen bis zum
hautengen superzarten Skidress, vom Telemark über das Kurzschwingen
bis zur Skiakrobatik hat sich alles gewandelt. Eines, aber zeigt sich in
der Hüttenbücher immer wieder, eines hat sich nicht geändert:
Der höchste Traum eines durchfrorenen Skifahrers vor 50 Jahren und auch
heute noch ist:
E gheizti Hütte, heisses Kaffee -
Es härzigs Meiteli und es Kanapee
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